Der lange Weg zum eigenen Grundstück

Meine Güte… Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir gute 9 Monate benötigen, um vom Erstkontakt mit der Gemeinde endlich beim Ziel „Grundstücksbesitzer“ anzukommen… Ich hätte ungläubig den Kopf geschüttelt. Aber genauso war es.

Am 28. Oktober 2016 hatten wir auf der Gemeinde einen Termin, um uns mehr Informationen zu einem Grundstück einzuholen, für das wir uns interessierten. Wer hätte auch gedacht, dass mit einem Grunstückskauf soooo viele Hürden verbunden sind?

 

Aber fangen wir von Vorne an

Wir hatten nach einigem Suchen das Grundstück gefunden. Ein Neubaugebiet in ruhiger Lage. Viel Grün drum herum. Und eine Sackgasse. Zwar würde das zukünftig für mich einen weiteren Arbeitsweg bedeuten, aber es entsprach einfach unseren Vorstellungen, wie wir in Zukunft gerne leben wollten. Der Termin auf der Gemeinde war einigermaßen aufschlussreich. Zwar war der gute Mann, bei dem wir einen Termin hatten, krank – trotzdem konnte uns eine Kollegin weitere Informationen und vor allem Unterlagen mitgeben. Es waren noch mehrere Grundstücke frei in der Straße. Zuerst interessierten wir uns für das größere der beiden. Bei einer späteren Besichtigung war aber schnell klar, dass Grundstück Nummer 1 einfach überdimensioniert und ganz komisch geschnitten war. Also entschlossen wir uns, dass zweite interessante Grundstück zu kaufen.

 

Aber wie geht man da genau vor?

Wir hatten in dem Termin unser Interesse für das Grundstück bekundet. Eine Reservierung war jedoch nicht möglich. Die Gemeinde könne uns lediglich informieren, wenn ein weiterer Interessent da wäre. Es verging etwas Zeit, in der wir uns weiter Gedanken zum Thema Hausbau machten. Wollen wir das wirklich? Ist die Lage OK? Wie finanzieren wir das Ganze?? Und eigentlich können wir ja nur bei der Gemeinde sagen, dass wir das Grundstück wollen, wenn auch die Finanzierung gesichert ist, oder?

Wir warteten also eine Weile und machten uns so langsam zur Finanzierung schlau. Es folgte der erste – sehr ernüchternde Termin mit der hiesigen Sparkasse. Nach einigen folgenden Terminen dort kam als Ergebnis raus, dass der gute Bankberater mal unser Angebot vergessen hatte und dann schlussendlich befand, dass er uns kein Angebot zu unseren Vorstellungen machen könne. Oder sagen wir es mal so – er hat es einfach nicht probiert. Da verbringt man Stunden in den grauen Besprechungszimmern, mit den tristen Teppichen und Beratern in Anzügen… und kommt zu absolut GAR KEINEM ERGEBNIS?? Das war also vergeudete Zeit.

Die Zwischenzeit nutzten wir für einen ersten Termin mit einem Architekten, der uns zuerst empfohlen wurde. Aber auch hier war schnell klar, dass die Chemie in keinster Weise stimmte. Unsere bisherigen Entwürfe wurden schräg beäugt und es wurde nicht so wirklich auf uns und unsere Vorstellungen eingegangen. Also auch da musste ein neuer Kandidat her. Auch hier hatten wir bald einen guten Ansprechpartner gefunden. Genauso wie unseren Bauleiter. Aber dazu mehr ein anderes mal.

 

Und plötzlich war es schon Januar

Im Januar hatten wir einen Termin bei der Interhyp. Das ist im Grunde ein unabhängiger Vermittler für Kredite. Auch hier hatten wir einige Termine – haben uns aber schlussendlich aus diversen Gründen auch gegen diesen Anbieter entschieden. Die Finanzierung war immer noch nicht geklärt, da machte die Gemeinde plötzlich so richtig Stress. Wir müssten umgehend bis Freitag zurückmelden, ob wir das Grundstück wollen, da auch ein weiterer Interessent da sei. Außerdem müsste unsere konkrete Anfrage schlussendlich vor dem Orts- und Gemeinderat abgesegnet werden. Da dort auch ein Termin vor der Tür stand mussten wir uns JETZT entscheiden. Wir waren schon kurz davor alles hinzuschmeißen, sagten dann aber nach einigen weiteren Infos zu. Die Entscheidung der beiden Räte würde nämlich ein paar Wochen dauern. Und danach müssten wir erst „Ja“ sagen und dann beim Notar unterschreiben. Wir hatten die Hoffnung, in der Zeit alles mit der Bank klären zu können.

Bei der Interhyp konnten wir aber auch nach einigen Terminen kein Angebot annehmen, da die Gemeinde sich unglaublich quer stellte bei dem Thema „Grundbuchauszug“. Das Thema ist so umfangreich, dass wir dazu mal einen separaten Artikel schreiben werden – das würde sonst den Rahmen sprengen… Schlussendlich haben wir die für uns passende Bank gefunden. Im MÄRZ! Wir sind nun bei Bank1Saar und wurden dort sehr gut und ausführlich beraten. Die Finanzierung wurde Ende Juni bei der Bank unterzeichnet.

 

Warten, warten, warten…

Was hat aber so lange gedauert? Nun wir hatten erst im April die Bestätigung von der Gemeinde, dass wir auch das Grundstück kaufen dürfen. Yay! Was so ein bisschen Besprechen bei der Gemeinde dauert. Danach mussten wir zusagen, dass wir das Grundstück wollen, danach hatten wir uns etwas Zeit erbeten, um mit der Bank alles weitere zu klären. Dann schrieb uns die Notarin an, dass wir unterschreiben kommen sollen. Nachdem wir am 22. Juni endlich den Vertrag bei der Bank unterzeichnet hatten, wurde direkt am nächsten Tag der Termin bei der Notarin gemacht. Und auch dazu können wir ein ganzes Buch  einen ganz eigenen Artikel schreiben… Nach diesem Termin hatten wir aber noch keinen Kaufvertrag in der Hand. Der musste ja erst noch zum Bürgermeister. Der Kaufvertrag kam erst eine Woche später bei uns an! Dazu muss man sagen, dass aber bereits seit dem 23. die Uhr tickte, zur Fälligkeit der Grundstücksrechnung. Wir also bei der Bank angefragt, ob die jetzt das Geld überweisen können. Die Bank braucht aber im Normalfall ein gesondertes Forderungsschreiben der Notarin. Also wieder dort angerufen. Notarin in Urlaub, Termin wegen der Grundschuld erst in etwas über 1 Woche. „Das Forderungsschreiben kann danach rausgeschickt werden“. Das war zumindest die Aussage der Dame am Telefon. Wir also zum erneuten Termin, alles unterschrieben. Die Notarin hatte jedoch nur die Antwort für uns:

 

„So funktioniert das hier aber nicht!“

Stattdessen solle die Bank eben ohne Forderungsschreiben so überweisen. Das war 10 Tage vor Ende der Fälligkeitsfrist! Gott sei Dank ist unsere Ansprechpartnerin bei der Bank aber mehr als hilfsbereit und hat uns auch bei diesem Problem geholfen. Und so konnte ein paar Tage vor Ende der Fälligkeit ENDLICH das Geld überwiesen werden, wodurch wir nun ENDLICH ganz offiziell Grundstücksbesitzer geworden sind! Unglaublich…

 

Unser Rat an Dich: Plane genügend Zeit ein und kümmer Dich rechtzeitig um die Finanzierung. Und nicht verzweifeln. Du schaffst das schon :-).

 

 

By | 2017-08-24T13:49:05+00:00 Juli 24th, 2017|Papierkram, Planung|

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