Smart Home – Unser Bausatzhaus wird smart

Dieser Tage hört man überall vom „Smart Home“, das alle täglichen Abläufe und Steuerungen mehr oder weniger automatisiert und vernetzt eigenständig erledigen soll. Für mich als technikbegeisterter Bauherr ist das Thema ebenfalls total spannend, aber auch sehr unübersichtlich.
Das kommt in erster Linie daher, dass der für die Gebäudeautomation ursprünglich in den späten Neunziger Jahren entwickelte KNX-Standard, dem mittlerweile weltweit mehr als 400 Unternehmen angehören, durch die Entwicklung von eigenen Protokollen und Systemen der Unternehmen, die nicht der KNX-Association angehören, immer mehr verwässert wird. So gibt es neben diesem etablierten Standard etliche weitere Systeme, wie z.B. Somfy, Homematic, Fritz!, Bosch, Philips Hue, innogy, Apple Homekit, Amazon Alexa und noch viele mehr. Jedes dieser Systeme hat seine Vor- und Nachteile, die jedoch für jeden individuell unterschiedlich sein können. Das größte Problem ist jedoch in meinen Augen, wie man die verschiedenen Systeme sinnvoll miteinander betreiben kann. Nicht unwichtiger ist die Frage wie zukunftssicher diese Systeme sind, denn ich möchte nicht in 5 Jahren alles wieder erneuern müssen, nur weil die „alten“ Komponenten nicht mehr mit den aktuellen Systemen oder der aktuellen Software klar kommen. Hinzu kommen dann auch noch die Investitionskosten, die je nach Umfang des Projektes ungeahnte Dimensionen annehmen können.

Prioritäten für unser Smart Home

  • Zukunftssicheres System

  • Weitgehend standardisiertes System

  • Möglichkeit zur Anbindung nicht standardisierter Systeme

  • Kostengünstige Implementierung

So weit so gut. Aber wo fange ich jetzt an? Bei einer Recherche im Internet wird man von verschiedenen Lösungen förmlich erschlagen. Jedes System ist das Non-Plus-Ultra und kann alles besser als die Konkurrenz. Auch die zahlreichen Foren können nur bedingt weiterhelfen, da man sich für einen kompletten Überblick über die Vor- und Nachteile, Probleme und Herausforderungen jedes einzelnen Systems jahrelang in ein stilles Kämmerlein einschließen müsste, um alle Informationen nachvollziehen und auswerten zu können. Zudem ist das Thema „Smart Home“ sehr individuell und kann nicht einfach 1:1 auf jeden Anwendungsfall übertragen werden.

Daher haben wir uns die „Smart Home Bibel“ schlechthin zugelegt.

Heimautomation mit KNX, DALI, 1-Wire und Co.
von Stefan Heinle aus dem Rheinwerk-Verlag.

In diesem 1267 Seiten starken Werk werden die wesentlichen Grundlagen, die Planung und die technische Umsetzung für ein smartes Zu Hause detailliert beschrieben. Meiner Meinung nach ein sehr guter Einstieg in die Thematik, der einem hilft, den Überblick zu behalten und sein smartes zu Hause sinnvoll zu planen.

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Wie soll unser Smart Home nun aussehen?

Zu aller erst wollen wir grundlegende Funktionen wie Heizung, Rolläden und Licht per Handy/Tablet steuern können. Zudem soll z.B. die Rolladensteuerung auch automatisch zu festgelegten Uhrzeiten bzw. beim Aufruf bestimmter „Szenen“ erfolgen. Ähnliches gilt auch für die Heizungs- und Lichtsteuerung. Das sind erst einmal die Basics, denn auch hier gilt: Der Hunger kommt beim Essen. Sicherlich wird das Smart-Home-System über die Zeit ausgebaut und an neue Anwendungsfälle angepasst werden.

Das soll unser smartes zu Hause können

Minimale Funktionalität

  • Beleuchtung

  • Rolläden

  • Heizung

  • Garagentore

  • Rauchmelder

  • Steckdosen schalten

Nice to have

  • Feuchtigkeitsmelder

  • Einbruchsicherung

  • Kameraüberwachung

  • Gartenbewässerung

  • Wetterstation

Da das Thema sehr komplex ist und man Bücher darüber schreiben könnte, wird es zu den einzelnen Themen und Schritten in unserem Smart Home jeweils detaillierte Beiträge geben.
Was interessiert dich z.B. an einem Smart Home, was möchtest Du gerne umsetzen oder hast Du Empfehlungen für uns, auf was wir achten sollten oder was wir uns unbedingt ansehen sollten? Schreib es doch einfach in die Kommentare!

By | 2017-09-17T10:39:19+00:00 September 17th, 2017|Smart Home|

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2 Comments

  1. Tim September 17, 2017 at 12:55 pm - Reply

    Wenn ich automatisieren würde, dann würde ich aus Kosten und Flexibilitätsgründen überall handelsübliche Cat-Verkablung mit Rj45 Buchsen legen als Grundlage. Vorteil: flexibel für alle möglichen Aufgaben. Preiswert weils leicht selbst zu machen ist, kann auch PoE. Man hat nur einen Standard der langfristig bleibt. Darauf aufbauend würde die Steuerung mittels sehr preiswert zu erwerbenden Adoinos und Raspberry Pis erfolgen. Flexibler geht nicht und alle gewünschten features inclusive der Nice to Haves wären für einen Bruchteil der Kosten umsetzbar als mit einem System einer der genannten Hersteller. Auch die Kombination von diversem Equipment ist so sehr leicht umsetzbar und alles lässt sich flexibel programmieren und integrieren. Ich würde es einer fertigen Lösung vorziehen. Ausserdem was sehr gern vergessen wird ist der Schutz vor unbefugtem Zugriff. Da sollte man ein wenig Zeit und Hirnschmalz reinhängen.

    • Martin September 17, 2017 at 1:27 pm - Reply

      So ähnlich ist es schon geplant. Raspberry Pis sind schon mit eingeplant, jedoch möchte ich ein System, das auch ohne diese Komponenten funktioniert. D.h. wenn mal ein Raspberry oder ein Arduino ausfallen sollte, sollten Licht, Rolläden usw. noch ganz normal über Schalter steuerbar sein. Und dies bietet so nur ein KNX-System, dessen Komponenten über die KNX-Steuerleitung miteinander kommunizieren. Sollte dort ein Gerät ausfallen, können alle Anderen noch weiterarbeiten.
      Bei uns wird der Raspberry somit lediglich die Nice-to-have-Funktionen wie Szenen und Bedienung über Smartphone usw. realisieren.
      Ein wichtiger Punkt für mich ist ebenfalls die Datensicherheit und den Zugriff von Unbefugten auf das System, wodurch alle möglichen Cloud-Dienste direkt schon einmal außen vor sein werden. Die Absicherung des eigenen Netzes versteht sich dahingegen von selbst. Somit wird die Hausautomatisierung in ein eigenes VLAN gepackt, das nur für das Nötigste mit dem lokalen LAN verbunden wird.

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